20. Vancouver

Richmond, Kanada, 09.06.2016.

Gerade ist der letzte Abend in Kanada für mich auf meiner langen Reise durch ein weites und schönes Land angebrochen. Und im Moment bin ich einfach nur traurig und habe auch kaum Lust, diesen letzten “echten” Blogeintrag auf meiner Reise zu schreiben. Die Zeit hier ist einfach zu schnell vorüber gegangen und ich wäre wirklich gerne noch viel länger hier geblieben. Auf der anderen Seite bin ich aber auch sehr dankbar für all die tollen Bekanntschaften, die ich gemacht habe und die schönen Sachen, die ich sehen durfte. Aber ich will jetzt hier mein Fazit nicht vorweg nehmen sondern über die letzten Tage und Vancouver berichten. Das Fazit kommt dann in meinem nächsten und letzten Post. Keine Ahnung wann ich den fertig stelle, vielleicht im Flugzeug morgen oder so…

Montag Mittag bin ich mit der Fähre von Vancouver Island zurück nach Horseshoe Bay gefahren. Die Fähre hatte schon deutlich Verspätung und dann die Überfahrt auch gefühlt länger gedauert als die Hinfahrt nach Vancouver Island. Jedenfalls bin ich dann erst recht spät angekommen, war auch etwas platt und habe daher auf den Besuch im Britannia Mine Museum verzichtet. Nachdem ich in meinem Hotel in Richmond angekommen bin, habe ich mich erstmal was hingelegt und danach einfach mal gegoogelt, was man in Vancouver alles machen kann. Aus Spass habe ich auch mal geguckt, was in der hiesigen “Magic”- Szene so passiert. Und siehe da: Booster-Draft Montag Abend, nicht weit vom Hotel. Und zeitlich noch machbar. Also schnell dahin gefahren und habe eine Runde gedraftet mit den Jungs. Zwar nicht meine favorisierte Farbkombinanation aber Weiss- Rot war im Draft offen und es ist auch ein ganz gutes und halbwegs aggressives Deck bei rumgekommen. Dann runde 1 gegen Frank und Runde 2 gegen Dustin jeweils gewonnen. Finale gegen Victor haben wir uns auf ein Unentschieden geeinigt und die Preise geteilt. Im Fun- Spiel hat mich Victor dann mit einem Schwarz-blauen Tempo- Deck ziemlich klar und schnell platt gemacht. Also gut für mich, dass wir geteilt haben. Es hat jedenfalls viel Spaß gemacht und es hat sich auch mal wieder bewahrheitet, dass man beim Magic- Spielen einfach nette Leute trifft und überall Spaß haben kann. Freue mich schon darauf, meine Spielrunde in Gravesend wieder zu sehen…

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Weiss- Rot Midrange/Aggro- Deck mit guter Performance.
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Gewinn: 4 Booster der aktuellen Edition.

Dienstag morgen habe ich dann aus dem Hotel ausgecheckt, da mich Dawn, die Schwester von Jo Anne und Kelly, zu sich nach Tsawwassen Beach südlich von Vancouver eingeladen hat. Dort bin ich aber erst Abends hingefahren, da Dawn tagsüber natürlich auch arbeiten muss. Da die Wettervorhersage für Dienstag durchweg gut war, bin ich an dem Tag in den Stanley Park gefahren und habe dort viel Zeit verbracht. Neben einer kompletten Wanderung rund um den Park auf dem Beachwalk habe ich mir auch viele der Sehenswürdigkeiten im Park angeguckt (Totems, 9 o’clock Cannon, Leuchtturm, Lions Gate Bridge, Sandstrand, Beaver Lake, Hiking Trail mit Seven Sisters, Rose Garden,…). Auf das Aquarium habe ich aber verzichtet, da ich einerseits in Ucluelet schon im Aquarium war, ich es mittlerweile aber auch nicht mehr so gut finde, wenn die grossen und intelligenten Fische (Delphine, Beluga’s, Orcas,…) in Gefangenschaft gehalten werden. Hier sind einige der Highlights:

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Sammlung von Totems der First Nations mit Erklärungen.
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Vancouver Downtown mit Hafen und Vancouver Lookout (siehe Donnerstag). Der Vancouver Lookout ist das Gebäude mit der Untertasse an der Spitze.
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Sandstrand mit Frachtschiffen und Bergen im Hintergrund.
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Graues Eichhörnchen, das mich frech angemeckert hat, nahe Beaver Lake.
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Wurzelgeflecht eines Baumes, der auf einem Nursery Log gewachsen ist.

Insgesamt ist der Stanley Park auf jeden Fall einen Besuch wert und ich denke, man sollte für ihn auch einen vollen Tag einplanen. Weil es halt auch viel zu sehen gibt. Abends bin ich dann zu Dawn gefahren und sie hat mich total lieb in Empfang genommen und mir dann erstmal “Whipcream” vorgestellt, siehe unten. Ihre Wohnung liegt direkt am Meer und bei Flut kann ein Teil des Brandungswassers auch schonmal auf ihrer Terasse landen. Die Aussicht von ihrer Terasse aus ist phänomenal, genauso wie die Sonnenuntergänge wenn man dort zu Abend isst….

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Sonnenuntergang am Tsawwassen Beach. Blick von Dawn’s Wohnung aus.
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Whipcream, eine weisse Türkisch- Angora Kuschelmaus.

Wir haben jedenfalls einen tollen Abend gehabt und mit Whipcream habe ich auch sofort Freundschaft geschlossen. Sie ist eine ganz sanfte, gutmütige und zutrauliche Türkisch- angora Schmusekatze. Mittwoch habe ich dann morgens den botanischen Garten in Chinatown besucht. Der Eintritt war schon recht teuer, dafür war aber auch eine Tour mit dabei und man hat deshalb schon viele Details der Gartenbauer erkennen können. Und Jasmin- Tee gab es auch. 🙂 Ich fand im Garten besonders bemerkenswert, dass ein Gingko- Baum direkt neben einem Ahorn- Baum gepflanzt wurde als Zeichen der chinesisch (Gingko)- kanadischen (Ahorn) Freundschaft.

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Botanischer Garten (chinesisch) in Vancouver.
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Gingko (links) und Ahorn (rechts) nebeneinander als Freundschaftsbekundung.

Nach dem Besuch im botanischen Garten habe ich mir ein bisschen Chinatown angeguckt und bin dann weiter Richtung Downtown gefahren. Dort habe ich mir den Canada Place angeguckt, bin auf dem Canadian Trail gelaufen und schliesslich in den “FlyOver Canada”- Simulator gegangen. Dort “fliegt” man im Simulator durch Kanada und sieht all die Sachen, für die Kanada berühmt ist. Die Attraktion ist sehr gut gemacht (mit Luft- und Wassereffekten,…) und wer schon ein bisschen in Kanada rumgekommen ist, der erkennt viele Sachen wieder und freut sich darüber. Der Preis ist allerdings (wie so oft in Vancouver) auch echt stolz für ca. 15 Minuten Action und 20 Minuten Film. Muss man abwägen, ob man das braucht. Ich bereue es nicht, würde es aber nicht zwingend empfehlen. Als letzte “Attraktion” wollte ich am Mittwoch Nachmittag das “CatFe” besuchen. Jaime hatte mir das empfohlen und da ich Katzen gerne mag, war es natürlich ein “Must- See” für mich. Das CatFé ist ein Café, in dem Katzen leben und von den Gästen gestreichelt und auch adoptiert werden können. Leider gibt es dort eine Kapazitätsgrenze und das Café war ausgebucht als ich da war. Da ich das nicht wusste, habe ich natürlich auch nicht reserviert (wer hätte gedacht, dass man das in einem Café machen muss???). Und am Donnerstag hat das CatFé immer geschlossen, so dass ich am Ende auch heute keine Chance hatte, es zu besuchen. Leider, leider. Manchmal kann man einfach nicht alles haben. Also habe ich noch etwas im dortigen Einkaufszentrum gebummelt und bin dann zu Marianne und Georg gefahren, da ich dort zum Abendessen eingeladen war. Und es war echt super bei den Beiden. Auch hier habe ich mich super aufgehoben gefühlt und wir haben uns echt gut miteinander unterhalten können. Und Marianne hat toll gekocht, es hat sehr sehr lecker geschmeckt und wir hatten einen gemütlichen Abend. Es ist einfach schön, so viele nette Leute zu treffen, die einem so herzlich und aufgeschlossen begegnen. Ich bin sehr dankbar dafür und das ist auch eindeutig die schönste Erfahrung, die ich aus meinem Kanada- Urlaub mitnehme.

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Vorzelt des “FlyOver Canada”. Fotos waren im Simulator verboten.
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Das CatFé in Vancouver. Leider ausgebucht als ich da war.

Am Donnerstag morgen habe ich mich dann von Dawn und Whipcream verabschiedet (Danke für alles, ihr zwei! Es war eine tolle Zeit bei euch, ich habe es genossen!) und bin schweren Herzens ein letztes Mal nach Vancouver Downtown gefahren. Dort habe ich zunächst die “Telus World of Science” besucht. Und hier hat man echt was für sein Geld bekommen. Tolle Ausstellung mit vielen interessanten Informationen und interaktiven Sachen, die einem Wissenschaft, Natur und Technik näher bringen und anfassbar machen. Auch gibt es dort eine gute Balance zwischen Exponaten und Apparaten für Kinder einerseits und Erwachsene andererseits. Insgesamt habe ich dort mehr als 4 Stunden verbracht, viel ausprobiert, in der Sonderausstellung ein komplexes Detektivrätsel ganz gut gelöst und meinen Horizont in vielerlei Hinsicht erweitert. Eine tolle Erfahrung.

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Telus World of Science, Vancouver, von aussen.
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Exponate und Lern-Installationen zu den Themen “Wasser” und “Energie” im Erdgeschoss.
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Deckblatt des Detecktivspiels in der ersten Etage, Sonderausstellung.

Nach diesem Besuch bin ich nach Downtown gefahren, habe mir etwas zu essen geholt und mir dann etwas die Gegend angeguckt. Schliesslich bin ich dann zum Vancouver Lookout gegangen um mir Vancouver aus der Vogelperspektive anzugucken. Auch hier war der Eintrittspreis stolz aber meiner Meinung nach noch okay für das was man bekommt. Vor allem weil man am selben Tag auch nachts noch hinauf gehen kann, um sich Vancouver im Lichtermeer anzugucken. Was ich nicht gemacht habe, da ich anstatt dessen gerade diesen Blog- Eintrag schreibe. Aber das ist schon okay so. Der Ausblick ist jedenfalls echt gut und man erkennt viele Sachen wieder, die man vorher beim Spazieren gehen oder Fahren in der Stadt schon gesehen hat. So sah man von hier aus z.B. den Stanley Park, während ich vom Stanley Park aus den Vancouver Lookout auch gesehen habe. Siehe Foto weiter oben…

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Blick auf den Stanley Park (in der Mitte des Flusses) und den Hafen, wo der “FlyOver Canada” Simulator war (rechts).
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Vancouver Lookout von unten. Ein Aufzug geht gerade nach oben.

Da es nach dem Besuch des Vancouver Lookouts schon ziemlich spät am Nachmittag war, habe ich beschlossen, für die letzte Übernachtung in Kanada in mein Hotel in Richmond zu fahren. Warum jetzt nochmal Hotel fragt ihr? Hat mehrere Gründe. Erstens ist das Hotel sehr nah am Flughafen und das ist günstig für morgen. Und zweitens hat mir Brian das Hotel gesponsort, da er noch eine Frei- Übernachtung bei den Radisson- Hotels hatte und diese mittlerweile drohte, zu verfallen. Brian, an dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank dafür, dass du mir das ermöglicht hast. Das Hotelzimmer ist echt gut und ich glaube, dass ich morgen gut in meinen letzten Tag in Kanada starten kann.

Was ist nun mein Fazit zu Vancouver? Zum Einen denke ich, dass die Stadt um einiges hektischer und komprimierter ist als Calgary oder Edmonton. Und dann gibt es echt viele Asiaten hier und das merkt man nicht nur an den Menschen, sondern auch am Stadtbild, den Werbeschildern etc. Das ist an sich überhaupt nichts Schlimmes und mir liegt nichts ferner als das zu kritisieren. Aber es führt aus meiner Sicht zu zwei bedenklichen Entwicklungen: Erstens ist hier vieles deutlich teurer als im Rest Kanadas, vor allem die Wohnungen und Grundstücke. Aber auch Eintritsspreise, Essen, etc. Und zweitens habe ich beim Thema Gastfreundschaft und Freundlichkeit deutliche Unterschiede zu den anderen Orten gemerkt, die ich im Laufe meiner Reise besucht habe. Die Asisaten in Vancouver haben einen eher uninteressierten, routinierten und teilnahmslosen Umgang beim Kontakt mit Touristen wie mir gezeigt. DAS habe ich so von Kanadiern im Laufe meiner Reise nirgendwo gesehen. Die Kanadier waren immer super nett, freundlich und haben sich sher oft auch für mich, meine Herkunft etc. interessiert. Das habe ich bei den Asiaten in Vancouver nur sehr selten erlebt. Aus dem Grund habe ich Vancouver eher mit gemischen Gefühlen erlebt. Auch war der Verkehr hier deutlich schlimmer als z.B. in Calgary oder Edmonton. Zwar noch nicht so krass wie in London oder Umgebung aber schon vergleichbar mit Köln oder Hamburg. Insgesamt muss ich daher sagen, dass ich in Vancouver wahrscheinlich eher nicht wohnen wollen würde, trotz des milden Klimas und der Tatsache, dass Vancouver seit geraumer Zeit immer unter den Top10 der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit ist. Wie dem auch sei, Vancouver ist trotzdem auf jeden Fall einen Besuch wert.

So, das soll es jetzt aber auch mit diesem Blog- Eintrag gewesen sein. Morgen werde ich nur noch meine Sachen für den Flug packen, das Auto nochmal waschen und von innen reinigen und mich dann zum Flughafen begeben. Also nichts, worüber man detailliert berichten müsste. Daher wird mein letzter Blog- Eintrag dann auch mehr ein Fazit sein als ein Bericht über den Reisetag zurück nach Europa. An dieser Stelle gebe ich aber kein Versprechen ab, wann der Beitrag dann erscheint. Kommt immer darauf an, wieviel Zeit ich morgen noch vor dem Abflug nach Frankfurt habe. Landen werde ich dann wahrscheinlich so gegen 11:00 Uhr am Samstag in Frankfurt. Kann nicht sagen, dass ich mich darauf freue. Aber es kommt halt immer irgendwann wieder die Zeit, wann man zurück in den Alltag eintauchen muss. Sieht so aus, als könnte auch ich mich nicht davor verschliessen…

Abschliessend gibt es auch heute noch einen Musiktipp. Er drückt ein bisschen meine Traurigkeit aus, dass mein Kanada- Abenteuer jetzt leider schon wieder zu Ende ist. Vielleicht oder gerade aus dem Grund, dass der Song “nur” ein Instrumental ist. Aber am Ende ist im Leben nichts für die Ewigkeit, nicht wahr?

Böhse Onkelz – Adios

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Author: Ralf

Passionate Canada -Visitor and -Lover. Ex- Army Officer and Retail Manager. Long distance runner, climber, hiker, fan of all kinds of games and animal friend. Loves music but has a weird taste: British Metal, German Gangsta-Rap, some Dance-pieces (mostly 90s), non- lyric beats and most Rock/Punk- music.

2 thoughts on “20. Vancouver”

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