15. Jasper – Maligne Canyon & 7 Lakes

Kamloops, Kanada, 30.05.2016.

Mittlerweile ist schon Montag Abend und ich habe noch nicht einmal über Freitag berichtet. Also muss ich mal ein bisschen Gas geben mit der Berichterstattung und sowohl heute Abend als auch morgen früh einen Beitrag schreiben. Sollte aber gehen. Das Interessanteste am Blog sind sowieso die Bilder, also werde ich mich jetzt ein wenig darauf beschränken.

Wenn man Freitaq und Samstag zusammen zählt, habe ich neben dem Maligne Canyon insgesamt 7 verschiedene Seen angeguckt. Hier nicht mitgezählt sind die kleinen Seen, an denen man unweigerlich bei der Fahrt durch den Nationalpark immer wieder vorbeikommt. Aber immer der Reihe nach.

Freitag Vormittag bin ich mit grossen Erwartungen zum Maligne Canyon gefahren, da er mir von mehreren Seiten als wunderschön angekündigt worden ist. Hier muss ich eindeutig zustimmen: Der Canyon ist ein “Must see”. Zwar sind auch hier wieder jede Menge Touristen unterwegs, aber wenn man ein wenig stromabwärts wandert (ich bin bis Brücke 5 gegangen), ist man bald fast alleine unterwegs und es wird zunehmend ruhig. Bei den Bildern des Canyons ist es ähnlich wie mit den Bilder der Wasserfälle: Leider geben sie die komplette Schönheit der Natur und des Erlebnisses nur zu einem kleinen Teil wieder. Neben dem Beitragsbild (siehe oben), sind die folgenden Aufnahmen in dem Canyon entstanden:

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Wasserfall im oberen Teil des Canyons.
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Grosses “Pothole” (vom Wasser ausgeschwaschenes Loch im Fels).
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Ruhiges und schnelles Wasser gehen ineinander über.
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Zwischendrin immer wieder Stromschnellen im Canyon.
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Wasserzulauf aus einem Nebenbach. Sieht aus wie 1000 feine Haare.

Am Canyon hat mir persönlich sehr gut gefallen, dass sich turbulente Passagen immer wieder mit ruhigen Strecken abgewechselt haben und man an vielen Stellen die enorme Kraft des Wassers bewundern kann. So sieht man z.B. auf dem ersten Bild (Wasserfall), dass das Wasser im Laufe von tausenden Jahren einen immer grösseren Bereich unter und hinter dem Wasserfall ausgewaschen hat und dort ein sogenanntes “Pothole” entstanden ist. Alleine durch die Bewegung des Wassers und kleinster Teile (z.B. Sand oder Kiesel) wird der weichere Stein über die Jahrtausende abgetragen und es entstehen im Canyon diese runden, eher unnatürlich anmutenden Formen. Und der Canyon wird natürlich mit der Zeit auch immer tiefer, da das Wasser ja Teile des steinernen Untergrundes abträgt. Sehr interessant und sehenswert das Ganze jedenfalls. Mein absolutes Lieblingsbild vom Maligne Canyon ist aber der Wasserzulauf aus einem Nebenbach, siehe letztes Bild. Auch hier gilt wieder: In Natura sieht das noch viel viel schöner aus. Vor allem natürlich, weil es bewegt ist. Der Anblick war einfach atemberaubend. Soooo nice. 🙂

Nach diesem Highlight bin ich dann weiter in Richtung Medicine Lake und Maligne Lake gefahren. Also die ersten beiden der im Titel des Beitrags angekündigten sieben Lakes. Beide fand ich eher unspektakulär und würde sie nicht zwingend zum Besuch empfehlen. Auch gibt es andererorts durchaus bessere Strecken zum Wandern. Maligne Lake ist jedoch sehr gut touristisch erschlossen und man kann dort auch paddeln, etwas essen oder Motorboot fahren. Hätte ich mir überlegt wenn das Wetter deutlich besser gewesen wäre… Aber eine Sache auf dem Weg vom Maligne Canyon zum Maligne Lake fand ich doch sehr interessant und erschreckend zugleich: 2015 gab es einen grossen Waldbrand beim Medicine Lake (liegt zwischen Maligne Canyon und Maligne Lake), der von einem Blitzschlag ausgelöst worden war. Die Spuren sind heute noch deutlich zu erkennen und streckenweise sieht es echt kahl, öde und gespenstisch rund um den Lake aus. Zwar ist damals zum Glück nicht so viel Wald verbrannt wie jetzt bei Fort McMurray, doch ist auch hier eine grosse Fläche vernichtet worden und die Einsatzkräfte hatten ihre liebe Mühe, den sich zum Teil unterirdisch ausbreitenden Brand unter Kontrolle zu bekommen. Die Auswirkungen des Brandes sind jedenfalls auch heute noch sehr deutlich zu erkennen.

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Medicine Lake mit tief hängenden Wolken.
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Abgebranntes Waldgebiet beim Medicine Lake.
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Medicine Lake. Man sieht am Wald den schwarz/grün- Übergang zwischen verbranntem und gesundem Wald.
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Maligne Lake bei schlechtem Wetter.

Nach dem Besuch der beiden Lakes habe ich am Freitag nichts mehr Grosses unternommen. Dafür bin ich dann aber am Samstag Vormittag vor meiner Fahrt nach Grande Cache noch in das “Valley of the Five Lakes” gefahren. Dort liegen fünf kleine Seen unmittelbar nebeneinander und man kann alle auf einem recht entspannten Wanderweg aus der Nähe bewundern. Interessant ist dabei vor allem, dass sich die kleinen Seen nicht nur in Größe und Form, sondern vor allem auch in der Farbe zueinander unterscheiden. Diese Farbunterschiede konnte man aber auch schon innerhalb der einzelnen Lakes erkennen. Ich habe mal aus den vielen Bildern mal nur drei Stück herausgesucht, auf denen man die Farbunterschiede ganz gut erkennen kann.

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Relativ dunkler Lake mit hellen Aussenrändern.
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Relativ heller Lake mit dunklen Einfärbungen.
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Sehr flacher Lake mit Sandboden, daher fast komplett klares Wasser.

Obwohl ich wegen dem Halbmarathon am Sonntag noch unsicher war, ob ich Samstags wandern gehen sollte, bin ich doch froh, dass ich das gemacht habe. Der Ausflug zu den fünf Seen war sehr schön und hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auch der Wanderweg war nicht zu lang, so dass ich dann gegen frühen Nachmittag in Richtung Grand Cache starten konnte. Was da so passiert ist, gibt es aber erst im nächsten Blogeintrag zu lesen.

Der heutige Musiktipp kommt von einer Rockband, die mich mit ihren Liedern vor allem letztes Jahr bei meiner Wandertour im Elsass begleitet hat. Ich kann alle Alben wärmstens empfehlen, vor allem aber die Alben “Rise” und “Awake”. Neben echt rockigen Stücken gibt es auch langsamere und nachdenkliche Lieder, also ein toller Mix. Das folgende Lied ist vom Album “Awake” und hat rein inhaltlich schon grosse Ähnlichkeit mit dem Musiktipp von Motorjesus aus Blog- Eintrag Nr. 6:

Skillet – Monster

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Author: Ralf

Passionate Canada -Visitor and -Lover. Ex- Army Officer and Retail Manager. Long distance runner, climber, hiker, fan of all kinds of games and animal friend. Loves music but has a weird taste: British Metal, German Gangsta-Rap, some Dance-pieces (mostly 90s), non- lyric beats and most Rock/Punk- music.

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