12. Banff – Valley of 10 Peaks

Canmore & Sunwapta Falls, 25.05.2016

Auf dem Rückweg vom Lake Louise nach Canmore kommt man automatisch an der Abzweigung zum Lake Moraine und dem Valley of the 10 Peaks vorbei. Am Montag Abend stand dort ein Schild, dass die Strasse noch gesperrt ist und man also noch nicht dorthin fahren kann. Im Hotel habe ich dann danach gegoogelt, wann diese Strasse vermutlich wieder öffnen wird und siehe da: Am 24.05., also am Dienstag! Was lag also näher, als am Dienstag sofort früh morgens dorthin zu fahren? Genau das habe ich dann auch gemacht.

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Lake Moraine mit Blick auf einen Teil der 10 Peaks.

Am Lake Moraine selber bot sich dann das gleiche Bild wie am Lake Louise: Jede Menge Touristen, hauptsächlich Asiaten. Was einen aber vor allem stutzig machte, war, dass viele Leute (nicht nur die Asiaten, sondern auch die Europäer und Nordamerikaner) keinerlei Respekt vor den dortigen Nutzungsregeln hatten. Trotz der vielen Schilder, dass man doch bitte wegen der Vegetation und der Tierwelt auf den Wegen bleiben sollte, standen Touristen häufig auch abseits der Wege in Selfie- Pose, mit dem altbekannten Selfie- Stick oder sogar mit Kamerastativen. An dieser Stelle gibe es von mir einen herzlichen Glückwunsch an die menschliche Dummheit. Gibt Sachen, die ich einfach nicht verstehe. Naja, ich habe es dann auch hier so gehalten wie am Lake Louise: Weg von den Touristen, ab in die Wildnis. Dumm nur, dass die Strafen für alleiniges Wandern im Valley of the 10 Peaks ziemlich übel ausfallen können, siehe Foto unten.

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Warnschild vor Bären mit Strafandrohung bei Fehlverhalten.
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Mein Wanderweg am Dienstag: Larch Valley Trail, dann Eiffel Lake und zurück.

Also habe ich ein wenig gewartet und dann auch schnell ein paar andere Wanderer getroffen, die grob in meine Richtung wollten. Mein Plan war es, zum Sentinel Pass zu wandern (siehe Foto oben), während die beiden Jungs aus Kalifornien und das Pärchen aus Calgary zum Eiffel Lake gehen wollten. Wir sind dann jedenfalls erstmal los gelaufen und haben uns auf dem Weg gut miteinander unterhalten. Nach 2,3 Kilometern sind wir dann am Gabelpunkt angekommen, von dem aus man entweder weiter in Richtung Sentinel Pass oder in Richtung Eiffel Lake gehen konnte. Praktischerweise ist dann kurz nach uns noch eine andere Wandergruppe am Gabelpunkt angekommen, die genau wie ich auch weiter zum Sentinel Pass gehen wollte. Also habe ich mich ihnen angeschlossen und jede Gruppe konnte dann problemlos weiter dorthin gehen, wohin sie eigentlich wollte. Meine neue Wandergruppe bestand aus 4 Studenten: ein Mädel aus Montreal und drei Jungs aus England. Wie sich später herausstellte, kaufen die Jungs in England auch gerne bei Lidl ein und sie vermissen unsere Produkte und unser gutes Preis- Leistungsverhältnis hier in Kanada. Ja, kann ich verstehen. 🙂 Einer der Jungs kam aus Brighton, wo Jon (ein Kollege von mir) einen unserer Stores betreut. In dem Store war ich auch schon mehrere Male während meiner Einarbeitung in England. So klein ist die Welt…

Auch mit den Leuten in dieser Wandergruppe habe ich mich gut verstanden und wir sind erstmal den Larch Valley Trail bis zu den Minnestimma Lakes gewandert. Von dort aus sollte es dann hoch auf den Pass zwischen zwei Bergen gehen. Aber dieser Pass war noch halb zugeschneit (siehe „Z“- Muster auf dem Foto unten. Kaum zu sehen in dieser Auflösung. Nur der obere Teil ist schneefrei.) und wir haben direkt am Berg daneben zugucken können, wie eine kleine Schneelawine abging. Sehr imposant, vor allem weil es echt laut war. Also eher keine Option, den Pass rauf zu klettern. Wir haben uns dann dazu entschlossen, erstmal was zu essen und ein wenig Pause zu machen.

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In der Mitte: Der Weg zum Sentinel Pass zwischen den beiden Bergen. Das “Z”- Muster des Trails ist nur am oberen Teil zu sehen, der untere Teil ist verschneit.
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Larch Valley (dort wo die Bäume sind) mit einem Teil der 10 Peaks.

Vom Fuß dieser Berge hatten wir auch eine super Aussicht auf die zehn Berggipfel (“10 Peaks“), die für dieses Tal namensgebend sind. Leider habe ich mit meiner Kamera nicht das ganze Panorama in einem Bild einfangen können (die zehn Berggipfel sind einfach zu weit auseinander), aber ein paar der Gipfel sind zu sehen. Ich glaube sowieso, dass man dagewesen sein muss, wenn man die ganze Schönheit der Gegend erfassen will.

Nach dem Essen hat meine Wandergruppe dann beschlossen, wieder runter zum Lake Moraine zu laufen, um dann noch weiter zum Lake Louise zu fahren. Das war allerdings keine Option für mich, denn es war noch genug Zeit, weiter zum Eiffel Lake zu wandern. Wir sind dann noch gemeinsam wieder runter zum besagten Gabelpunkt gelaufen und haben uns dort getrennt. Dann bin ich weiter alleine in Richtung Eiffel Lake gelaufen. Nein, mich hat kein Ranger angehalten, ich musste keine 5000 Dollar Strafe zahlen und ich habe auch keine Bären getroffen. ABER ich hatte einen interessanten Weg. Teile des Trails waren noch mit Schnee bedeckt und man konnte sehen, dass es dort ein paar Schneelawinen gegeben hat, die Teile des Wegs verschüttet hatten. Und da die Strasse zum Lake Moraine erst heute (Dienstag) früh geöffnet wurde, waren erst ein paar Leute (genau genommen: Nur die erste Wandergruppe, mit der ich bis zum Gabelpunkt gelaufen war) überhaupt über diese snow crossings (siehe Foto unten) gewandert. Nach jeweiligem, kurzem Zweifeln bin ich dann auch mit einem komischen Gefühl im Bauch über alle crossings gelaufen. Ist aber zum Glück nichts Wildes passiert.

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Eine der snow crossing. Hier mit einem Höhenanstieg von ca. 2 Metern und einem sichtbar verschütteten Wanderweg.

Nachdem ich dann beim Eiffel Lake angekommen bin, habe ich meine alte Wandergruppe vom frühen Morgen wieder getroffen. Die haben dort etwas länger Pause gemacht und sich den See aus der Nähe angeguckt. Darauf habe ich dann verzichtet, da die Aussicht auf den Lake schon von oben nicht soooo spektakulär war und ich auch keine Lust mehr hatte, eine Schotterpiste komplett runter und wieder rauf zu klettern. An dieser Stelle mache ich einfach mal ein schlechtes Wortspiel, ziehe mir den Ärger von Werner zu und schreibe: Was hat die Eif(f)el schon jemals Spektakuläres zu bieten gehabt? 🙂 Also man konnte da runter zum Lake laufen, musste man aber meiner Ansicht nach nicht. Und nach drei Tagen Dauerbelastung für die Beine wollte ich es auch nicht überstrapazieren. Ich habe dann dort nur ein bisschen verweilt, habe die Gruppe relativ schnell wieder eingeholt und bin mit ihnen zurück zum Lake Moraine gelaufen. Auf dem Weg dorthin hatte ich mit einem der Kalifornier eine sehr nette und interessante Unterhaltung über Politik, die aktuellen Präsidentschaftskandidaten (Clinton und Trump beide Scheisse, Sanders leider ohne reelle Chance) und Waffen in den USA. Sehr spannend und unterhaltsam das Ganze.

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Teilweise zugefrorener Eiffel Lake in der Mitte bes Bildes. Einen Besuch aus der Nähe wert???

Nach einer herzlichen Verabschiedung sind wir dann alle wieder unserer Wege gegangen. Ich habe mich erstmal gemütlich am Lake Moraine hingesetzt, die Füsse ins eiskalte und klare Wasser gehalten und mal nachgerechnet, wie viele Kilometer ich gelaufen bin. Müssen rund 17 Kilometer gewesen sein, allerdings mit ein bisschen weniger Höhenkilometern als am Montag beim Wandern am Lake Louise.

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Erfrischend kaltes Wasser im Lake Moraine. Sehr wohltuend nach einem Wandertag.

Den aktuellen Blogeintrag habe ich teilweise heute morgen im Laundromat (Wäscherei) in Canmore und teilweise heute Abend in einer Lodge bei den Sunwapta Falls geschrieben. Hier gibt es tatsächlich mal gar keinen Telefonempfang und ich kann nur über das langsame WiFi der Lodge (über Satellit) ins Internet gehen. Aber es reicht, um den Blogeintrag zu Ende zu schreiben. Ach ja, fehlt noch der Musiktipp für heute.

Wer die Musiktipps aus den bisherigen Blogeinträgen verfolgt hat, weiss mittlerweile, dass ich ein grosser Fan vom British Metal bin. Neben Iron Maiden, Judas Priest und Saxon gibt es für mich noch eine vierte britische Band, die ich zu meinen Favoriten zähle. Leider wird man diese Band nicht mehr live sehen können und ein weiteres Album ist auch nicht mehr zu erwarten. Aber im letzten Dezember hatte ich das Glück, Motörhead zusammen mit meinem Bro nochmal live in Düsseldorf zu sehen, knapp 3 Wochen bevor Lemmy Kilmister gestorben ist. Auch wenn wir damals das Konzert (Motörhead mit Saxon und Girlschool als Vorbands) nicht sooo doll fanden, bin ich im Nachhinein doch sehr dankbar, mit meinem Bruder dagewesen zu sein. Wenn man bedenkt, dass da ein schwer krebskranker Lemmy gesungen hat, der knappe 3 Wochen später gestorben ist, war das Ganze schon sehr sehr bemerkenswert. Daher ist der heutige Musiktipp auch ihm gewidmet und ich spare mir absichtlich, auf “Ace of Spades” hinzuweisen. Das wäre zu platt. Vielmehr gibt es ein für Motörhead eher ungewöhnliches Lied mit etwas melancholischen Parts vom Album “Snake Bite Love”:

Motörhead – Dead and gone

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Author: Ralf

Passionate Canada -Visitor and -Lover. Ex- Army Officer and Retail Manager. Long distance runner, climber, hiker, fan of all kinds of games and animal friend. Loves music but has a weird taste: British Metal, German Gangsta-Rap, some Dance-pieces (mostly 90s), non- lyric beats and most Rock/Punk- music.

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