7. Drumheller und letzter Tag Olds

Olds, Kanada, 17.05.2016

Dienstag Vormittag, 09:30 Uhr, angenehme 18 Grad mit Sonne in Olds und ich sitze auf der Terasse in Jo Anne’s und Doug’s Garten (siehe Beitragsbild oben) mit einem absolut idyllischen Blick ins Grüne. Urlaub kann kaum schöner sein glaube ich. Heute wird ein Relax- und Organisationstag ohne grossen Ausflüge, über die man berichten könnte. Wenn der Blogbeitrag gleich fertig ist, werde ich meine Sportsachen herausholen und eine längere Runde in Olds und Umgebung laufen gehen. Dann muss ich noch zum örtlichen Telefonanbieter meiner Wahl gehen und ein neues Datenpaket buchen. 100MB waren einfach viel zu wenig und beim Aufrufen von ein paar Webseiten sowie dem Angucken von Google Maps geht schon viel Volumen verloren. Also muss ich da nochmal aufstocken. Dieses Mal etwas grosszügiger. Heute Nachmittag werde ich ein bisschen Wäsche waschen und dann einfach noch den Tag geniessen. Heute Abend werde ich dann Jo Anne und Doug zum Essen einladen. Die Beiden haben mich hier super herzlich aufgenommen und für mich ein echt tolles Programm auf die Beine gestellt. Es ist echt eine aussergewöhnliche Kultur der Gastfreundschaft hier und ich bin sehr dankbar dafür…

Gestern waren Jo Anne, Doug und ich zusammen in Drumheller und Umgebung. Der Ort ist berühmt für die dort gefundenen Dinosaurier- Skelette, die wir ursprünglich auch sehen wollten. Am Ende hat es zeitlich dafür nicht mehr gereicht aber so richtig tragisch fanden wir das nicht. Ich glaube die anderen Sachen, die wir gemacht haben, waren aufregender und einmaliger als Skelette im Museum anzugucken. Glaube das hat jeder von uns schon mehr als einmal gemacht und dafür muss man auch nicht in Kanada gewesen sein. Aber was haben wir dann anstatt des Museumsbesuchs gemacht? Als erstes sind wir ins Besucherzentrum gefahren und haben uns dort informiert über die Sehenswürdigkeiten vor Ort und in der Umgebung. Dort stand auch der grösste Dinosaurier der Welt, aus dessen Maul man einen ziemlich guten Ausblick auf Drurmheller und Umgebung hatte.

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Weltgrösster Dinosaurier in Drumheller, Besucherzentrum.
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Blick aus dem Dinosauriermaul

Wir haben uns dann dazu entschieden, uns zuerst die Hoodoos ausserhalb von Drumheller anzugucken und dann der Atlas Kohlemine einen Besuch abzustatten. Bei den Hoodoos handelt es sich um Steinformationen, die wie Pilze in einer Steinlandschaft anmuten. Sie kommen dadurch zustande, dass in der dortigen Hügellanschaft zwei unterschiedliche Steinarten vorkommen. Der weiche Sandstein erodiert erheblich leichter als die anderen Steinarten und wird normalerweise gleichmässig abgetragen. Wenn jedoch eine Platte von hartem und beständigem Stein irgendwo im Sandstein steckt, verhindert diese Platte das Erodieren des darunter gelegenen Sandsteins. Dadurch entstehen die Hoodoos, die immer so aussehen als hätten sie einen oder mehrere Deckel, siehe Foto.

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Hoodoos im Drumheller Valley

Nach dem Besuch der Hoodoos sind wir weiter zur Atlas Kohlemine gefahren. Diese Kohlemine ist die letzte Mine im Drumheller Valley, die aufgrund ihrer weitestgehend intakten Infrastruktur noch besichtigt werden kann. Doug und ich haben dort eine Privatführung des Förderungstraktes und der wichtigsten Wirtschaftsgebäude bekommen und viele interessante Details zur Förderung und des Alltags der Minenarbeiter erfahren. Schade war nur, dass der Eingang der Mine selber gesprengt wurde und man in die eigentlichen Minenschächte nicht mehr reingehen konnte. Interessant zu erfahren war auf jeden Fall, dass die dortigen Kohlevorräte keinesfalls erschöpft sind aber sich einfach nur die Förderung nicht mehr lohnt aufgrund der billigeren Gas- und Ölvorkommen, die in Alberta gefunden wurden. Also hat man über die Jahre von den einst 139 Minen eine nach der anderen geschlossen und heute findet dort aufgrund der Unwirtschaftlichkeit des Abbaus einfach kein Bergbau mehr statt. Aber vielleicht ändert sich das wieder im Laufe der nächsten Jahrzehnte wenn die Öl- und Gasvorräte zur Neige gehen. Nachdem wir und also die Mine angeguckt haben, sind wir zum Last Chance Saloon gefahren, haben dort ein paar Pommes gesnackt, einen Drink genommen und sind dann wieder zurück in Richtung Drumheller gefahren.

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Atlas Kohlemine mit Kippstelle und Fördertunnel, Drumheller Valley.
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Band- Box mit beweglichem Orchester ((1940!) im Last Chance Saloon, Drumheller Valley

Da es mittlerweile schon recht spät am Nachmittag war, haben wir an dieser Stelle beschlossen, auf den Besuch im Museum zu verzichten und lieber noch zum Horse Thief Canyon zu fahren, dessen Besuch uns mehrfach empfohlen wurde. Also haben wir genau das gemacht. Aus meiner Bewertung war das die richtige Entscheidung, denn wir haben einen echt idyllischen Canyon mit einem tollen Panorama gesehen. Es war zwar stark windig aber bei der starken Sonne war das eher eine willkommene Abkühlung als ein Ärgernis. Der Canyon hat seinen Namen dadurch bekommen, dass früher bei Pferde- Trecks, die durch den Canyon geleitet wurden, ab und an Tiere auf mysteriöse Art verschwunden sind und später mit anderem Brandzeichen in einer anderen Ortschaft wieder aufgetaucht sind…. 🙂

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Horse Thief Canyon, nahe Drumheller
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Ausblick von einem Vorsprung weiter unten im Canyon

Nach dem Besuch des Canyons sind wir dann aber auch nach Hause gefahren und haben den Tag bei Buffalo- Burgern und Spaghetti- Kürbis ausklingen lassen. Ich habe bis dahin noch nie Spaghetti- Kürbis gegessen aber es war überwältigend. Ein echt tolles Gemüse, ich werde das auf jeden Fall in Deutschland und England mal gezielt suchen. Zubereitung ist total einfach und es schmeckt einfach klasse. Ich werde hier echt verwöhnt und Jo Anne und Doug sind super tolle Gastgeber.:-)

Der heutige Musiktipp ist wieder Hip Hop und der Song läuft gerade während ich den Blog schreibe. Es ist ein eher ungewöhnliches Lied für Eminem und ich habe es bis vor kurzem nicht einmal gekannt. Aber es ist echt schön, regt zum Nachdenken an und hat sofort einen Platz in meiner Favorites- Liste erobert.

Eminem – Mockingbird

Wer Eminem mag und nicht zu viel Geld für all seine Alben ausgeben will, der kann anstatt dessen das Album “Curtain Call” bei Amazon kaufen. Mit diesem Album bekommt man all seine grössten Hits auf einen Schlag, praktisch.

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Author: Ralf

Passionate Canada -Visitor and -Lover. Ex- Army Officer and Retail Manager. Long distance runner, climber, hiker, fan of all kinds of games and animal friend. Loves music but has a weird taste: British Metal, German Gangsta-Rap, some Dance-pieces (mostly 90s), non- lyric beats and most Rock/Punk- music.

6 thoughts on “7. Drumheller und letzter Tag Olds”

  1. Wie schön, immer ein Stück mit Dir mitreisen zu können!
    Manche Formationen (gestreifter Sandstein, Canyon) erinnerten mich an Arizona, nur war es dort bedeutend wärmer. Wie schön auch, dass Du eine solche Gastfreundschaft erlebst und vielleicht Freundschaften fürs weitere Leben gewinnst! Und dass Du zwischendurch läufst und auch an Läufen teilnehmen willst – Gratulation zum Lauf in Heilbronn -, finde ich auch klasse.
    Ich freue mich so für Dich!!
    Lieben Gruß
    Mum

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  2. Na du!
    Hier bin ich wieder 😀 Mann ey die Bilder von diesem und dem Blog hiervor sind der Hammer. Na ja, ich hätte auch nicht das Gegenteil erwartet. Alberta hat einfach eine guten Mischung von krasse Landschaften. Also, das mit dem Spaghetti Kürbus habe ich mir Googlen müssen. Aber hallo was eine geile Kürbus ist das denn ne?! Das hole ich mir im Herbst auch mal zum ausprobieren. Bin froh dass es dir gut gefällt. Ich muss heute auch mal wieder Sport machen. 😛 Du hast es ganz gut drauf mit dem Laufen! Bin mal gespannt wie dir Edmonton gefällt und der Marathon in Red Deer. Oh, übrigens, in Red Deer gibt es gute Donuts bei The Donut Mill. Der kann man einfach nicht verpassen. Große Mühle auf eine Ecke. Chocolate Venetian is der beste Donut da. Genieß mal schön weiter von alles da!

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  3. Hallo Mum, hallo Glenn,

    schön, dass euch der Blog gefällt und ihr regelmässig vorbei schaut. 🙂
    Freue mich dass es euch beiden gut geht. Ja, das mit dem Laufen verfolge ich im Moment schon ziemlich aktiv. Muss es aber auch machen sonst lege ich an Gewicht zu. Mal gucken, vielleicht gehe ich gleich eine Runde im River Valley in Edmonton laufen…

    Passt gut auf euch auf,
    LG nach Deutschland,
    Ralf

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  4. Hallo, Ralf! Matthias und Adelheid verfolgen mit Spannung, was alles bei dir abgeht.Wow! Erstens hast du schon eine Menge erlebt und zweitens kannst du es prima beschreiben.Macht Spaß zu lesen.Ich war eine Woche in Berlin, jetzt sind wir wieder in Hamm.Die Fotos sind toll, manches davon haben wir auch gemacht auf unseren Kanadatouren 1993 und 1996. Mir waren immer die Leute sehr wichtig,meine Cousins und Cousinen zweiten Grades, die alle supernett sind.Da hast du ja guten Kontakt zu ihnen, inklusive zu Katze und Hund.Ein marmot so nahe zu sehen ist toll.Mach weiter so! Aber wir sind total neidisch.We follow you into the Rockies !A. und M.

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  5. Hallo Adelheid, hallo Matthias,
    schön, dass euch der Blog gefällt. Ich halte euch auch auf meinem Weg durch die Rockies mit dem Blog auf dem Laufenden. Auch mit Fotos. 🙂 Wer weiss, vielleicht gibt es noch ein paar interessante Tierbegegnungen in den Nationalparks hier.
    Alles Gute euch und bis bald,
    Cheers,
    Ralf

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